Föderation Deutscher Architektursammlungen
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WIEN MUSEUM

Die Architektursammlung des Wien Museums zählt zu den bedeutendsten historischen Sammlungen ihrer Art in Österreich. Der Bestand umfasst derzeit rund 18.000 Zeichnungen, Pläne, Fotografien und Modelle. Zu den ältesten und kostbarsten Beständen zählen die gotischen Planrisse der Dombauhütte von St. Stephan, der zeitliche Schwerpunkt der Sammlung liegt jedoch im 19. und 20. Jahrhundert. So ist Friedrich von Schmidt, der Dombaumeister von St. Stephan und Erbauer des Wiener Rathauses, mit rund 4.000 Zeichnungen, Plänen und anderen Objekten seines Nachlasses ebenso prominent vertreten wie der Erbauer der Votivkirche und der Universität, Heinrich von Ferstel, dessen Nachlass rund 1.000 Objekte umfasst. Auch vom jüngsten der „Ringstraßenbarone“, Carl von Hasenauer, besitzt das Museum wichtige Arbeiten. Ein bedeutender Schüler und Nachfolger Schmidts als Wiener „Gotiker“ war Viktor Luntz, dessen Nachlass mit mehr als 5.000 Objekten zu den besonders umfangreichen Beständen zählt. 

Den Höhepunkt und das Herz der Architektursammlung des Wien Museums bildet der Nachlass Otto Wagners. Unter den rund 1.000 Blättern finden sich vor allem Präsentationszeichnungen und Wettbewerbsentwürfe – darunter zahlreiche Zeichnungen für Bauten und Projekte, die zu den Schlüsselwerken der europäischen Architektur um 1900 zählen. Den konservativen Widerpart zu Wagner spielte Ludwig Baumann, dessen Nachlass ebenso im Wien Museum verwahrt wird wie jener von Max von Ferstel. Friedrich Ohmann ist im Museum mit mehr als 100 qualitätvollen Zeichnungen vertreten. 

Die zahlreichen historischen oder für Ausstellungen gebauten Architekturmodelle stellen neben Zeichnungen und Plänen ein weiteres, besonders eindrucksvolles Medium der Präsentation von Architektur dar. Unter den Originalmodellen ragen vor allem Otto Wagners Projekt für die Akademie der bildenden Künste, Leopold Bauers Nationalbankgebäude und die Entwürfe zur Bebauung der Donauplatte heraus.

Die Architektursammlung des Wien Museums wird kontinuierlich durch Schenkungen und Ankäufe erweitert. Zu den jüngsten Erwerbungen zählen die Nachlässe des Theophil Hansen-Schülers Joseph von Wieser und des Otto Wagner-Schülers Rudolf Weiß, Konvolute zu Carl von Hasenauer, Karl Holey, Wilhelm von Löw und Theophil Niemann sowie signifikante Arbeiten von Coop Himmelb(l)au und Haus-Rucker-Co.

Otto Wagner, Kaiser Franz Josef-Stadtmuseum, Perspektive, 1903
(c) Wien Museum